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23.05.2019 / Ausland / Seite 7

Wahlkampf im Gerichtssaal

In Argentinien beginnt Prozess gegen Cristina Fernández. Sie will Vizepräsidentin werden

Frederic Schnatterer

In Buenos Aires hat am Dienstag der sogenannte Straßenbauprozess gegen die frühere Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernández de Kirchner, begonnen. Es ist das erste mehrerer Korruptionsverfahren, mit denen die argentinische Rechte versucht, die beliebte Linksperonistin vor den im Oktober anstehenden Wahlen zu schwächen. Erst am Samstag hatte Fernández de Kirchner ihre Kandidatur angekündigt – zur Überraschung vieler Argentinier jedoch nicht als Bewerberin für das Amt der Präsidentin, sondern als Vize von Alberto Fernández. Die gemeinsame Kandidatur mit dem ehemaligen Chef ihres Kabinetts unter dem Titel »Fernández-Fernández« kann als Versuch einer »Vereinigung des Peronismus« verstanden werden. Als Peronismus wird in Anlehnung an den früheren Präsidenten Juan Perón eine äußerst heterogene Bewegung bezeichnet.

Die Staatsanwaltschaft wirft Fer­nández de Kirchner vor, während ihrer Amtszeit (2007–2015) öffentliche Gelder veruntreut zu haben. Konkret geht ...

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