Gegründet 1947 Sa. / So., 19. / 20. Oktober 2019, Nr. 243
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18.05.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Antisemitismus begegnet mir auf Schritt und Tritt«

Gespräch mit Lior Shambadal. Über die Berliner Symphoniker, politische Verantwortung für Künstler und die Zukunft von Juden in Deutschland

Sigurd Schulze

Maestro, Sie waren 22 Jahre lang Chefdirigent der Berliner Symphoniker. Am 5. Mai haben Sie in der Philharmonie Ihr »Abschiedskonzert« gegeben. Warum wollten Sie nicht, dass es als solches angekündigt wird?

Die Veranstaltung war überhaupt nicht als Abschiedskonzert geplant, sondern war ein gemeinsames Projekt mit einer Liechtensteiner Stiftung zur Förderung junger Sänger, der »Sic itur ad astra Foundation«. Seit dem Tod des langjährigen Intendanten Jochen Thärichen vor zwei Jahren fiel die ganze administrative Leitung des Orchesters in völliges Chaos. Bis zu diesem letzten Konzert jetzt habe ich jahrelang versucht, die Situation zu stabilisieren. Orchesterleitung ist kein Hobby, man braucht – Meinungsunterschiede hin oder her – zunächst eine professionelle Basis. Aber keiner der wechselnden Leiter war ein Profi. Alle meine Versuche, das »Schiff« zu stabilisieren, wurden trotz meiner Erfahrung als Chefdirigent von verschiedenen Klangkörpern torpediert – mi...

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