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18.05.2019 / Feuilleton / Seite 2

»Es werden virtuelle Ängste erzeugt«

Früher wurden Bilder gefälscht, heute wird im Internet Realität inszeniert. Ein Gespräch mit Ekkehard Sieker

Arnold Schölzel

Vor Jahren rieten Sie Fernsehzuschauern: »Trau keinem Bild, schon gar nicht in Kriegszeiten.« Bekräftigen Sie das heute?

Selbstverständlich, gerade angesichts des völlig unkritischen Verständnisses von Digitalisierung.

Was verstehen Sie darunter?

Digitalisierung ist, wenn man ein endliches Alphabet nimmt und damit Worte und Sätze herstellt, die einen Inhalt kodieren. Es ist ziemlich egal, ob das mit den Ziffern 0 und 1 oder mit gedruckten Buchstaben geschieht. Digitalisierung führt in unserer Lebenswirklichkeit aber zu einer immer weitreichenderen virtuellen Analogisierung auf der Bedeutungsebene.

Menschen ticken analog. Wir können diese analogen Bilder und Gedanken in unseren Köpfen auf die Realität zurückführen oder auf sie anwenden. Die massenhafte Nutzung von Computern, Tablets oder Smartphones ist nur möglich, weil deren Oberfläche graphisch – also analog – gestaltet wurde. Die Geräte hätten nie solch eine große gesellschaftliche Bedeutung gewonnen, ...

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