Der Schwarze Kanal
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15.05.2019 / Antifa / Seite 15

Pass als »Wiedergutmachung«

Nachfahren ausgebürgerter Opfer der Nazidiktatur fordern faire Regeln zur Erlangung deutscher Staatsangehörigkeit. Gruppe britischer Betroffener macht Druck

Ulla Jelpke

Für Katherine L. Scott aus den USA war der Bescheid erschütternd: »Es muss für den Staat wichtig sein, dass eine Person im Ausland für Deutschland auftritt und deutsche Interessen repräsentiert.« Das sei bei ihr nicht gegeben, weil sie aus »ausschließlich privaten Motiven« ihre Einbürgerung beantragt habe. Die Antragstellerin ist Tochter einer Deutschen, die als Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter 1937 ins Exil getrieben worden war. Dort verlor sie drei Jahre später ihre deutsche Staatsbürgerschaft. Laut Katherine L. Scott hatten ihr die Nazis eine Lagereinweisung zur »Umerziehung« angedroht. Als Grund dafür vermutet sie, ihre Mutter habe sich während eines früheren Aufenthaltes in Großbritannien geweigert, »als Fürsprecherin des Deutschen Reiches aufzutreten«.

Allen aus Deutschland geflohenen Juden wurde die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen, den jüdischen Flüchtlingen aufgrund der Elften Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom...

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