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14.05.2019 / Feuilleton / Seite 11

Vor und nach der Erschütterung

Bin das ich? Sasa Stanisic erkundet eine Jugend zwischen Jugoslawien und Westdeutschland

Werner Jung

Das neue Buch »Herkunft« des seit 1992 in Deutschland lebenden und aus Visegrad stammenden Sasa Stanisic trägt keinen Untertitel. Man mag es als autobiographische Prosa verstehen, kann es aber auch als einen Roman lesen. So oder so adaptiert der mit allen poetologischen Erzählmustern vertraute, mühelos ebenso romantische Konventionen wie realistische Verfahren beherrschende Stanisic eine ganze Reihe stilistischer Vorbilder. Mal mäandert sein Text, dann wieder schiebt er kurze Anekdoten ein, fällt sich in bester Tradition abschweifenden Erzählens selbst ins Wort, um entweder souverän Erinnerungen zu beschwören oder sich in Selbstzweifeln zu verlieren.

Vielleicht muss das gerade so sein und ist der eigenen schwierigen Biographie geschuldet: 1978 geboren, erlebt er als Kind den Zusammenbruch Jugoslawiens und den sich schleichend ankündigenden Krieg. Die Eltern fliehen mit ihm nach Deutschland, wo sie als Fremde stigmatisiert sind und der Sohn mühsam die neue...

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