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10.05.2019 / Inland / Seite 4

Frankfurter Widerstand

8. Mai in Mainmetropole: Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichteten von Leben unter Naziherrschaft

Gitta Düperthal

Emil Mangelsdorff sei in dem Moment klargeworden, dass die Geheime Staatspolizei (Gestapo) des Naziregimes ihn beobachtete, als ihm jemand in einer Bar gesagt habe: »Schau mal, da sitzt einer von der Gestapo.« Mangelsdorff, heute einer der bekanntesten deutschen Jazzmusiker, hat neben anderen Zeitzeugen am Mittwoch abend in Frankfurt am Main anlässlich des Tags der Befreiung von Faschismus und Krieg, dem 8. Mai 1945, über seine Jugend in der Stadt berichtet. Trotz strömenden Regens folgte ein zahlreich erschienenes Publikum auf dem Römerberg vorm Rathaus gebannt den Erzählungen. In Frankfurter Klubs und Bars hatten couragierte Jugendliche mitten in der Nazizeit Gegenkultur gelebt, waren bereit, sich dem faschistischen Alltag zu widersetzen.

»Jazzfans gingen nicht zur Hitlerjugend«, sagte Mangelsdorff. »Wir sahen anders aus als sie mit unseren engen Hosen, man sah uns unsere Haltung an.« Sie interessierte nicht, dass das Ausgehen nach 21 Uhr verboten war, ...

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