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25.04.2019 / Thema / Seite 12

Der hebräische Rembrandt

Den Nazis galt seine Kunst als »entartet« – vor 70 Jahren starb der polnische Maler Jankel Adler im Londoner Exil

Peter Michel

Am 11. Februar 1935 wurde Max Liebermann auf dem jüdischen Friedhof an der Berliner Schönhauser Allee beigesetzt. Etwa zwei Jahre zuvor, am 8. Mai 1933, hatte er seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste erklärt, der er seit 1920 vorgestanden hatte. Die Faschisten hatten ihn von dort vertrieben. Ein kleiner Kreis von Freunden und Bewunderern begleitete ihn trotz der Bespitzelung durch die Gestapo auf dem letzten Gang. Der Kunsthistoriker Adolph Goldschmidt hielt nach der Trauerfeier im Jüdischen Kulturbund eine Gedenkrede, deren Inhalt erst 1954 bekannt wurde. Darin sagte er über Liebermann: »Er hat einmal, als man ihn im Kunstgeschichtlichen Institut der Berliner Universität um ein Autogramm bat, geschrieben: Es gibt keine alte und neue Kunst – es gibt nur gute und schlechte Kunst. Und so gab es für ihn – das ist auch meine Meinung – keine speziell jüdische Kunst, sondern nur künstlerisch dargestellte jüdische Objekte, jüdische Historien, P...

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