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25.04.2019 / Titel / Seite 1

Deportation in den Krieg

Kein Frieden in Afghanistan: Seit Jahresanfang 581 Zivilisten getötet, die meisten von Regierungstruppen. Doch Deutschland schiebt weiter ab

André Scheer

Die größte Gefahr für die Menschen in Afghanistan sind nicht mehr die aufständischen Taliban oder andere dschihadistische Gruppen. Noch mehr fürchten müssen sich die Einwohner des asiatischen Landes inzwischen vor den Truppen ihrer eigenen Regierung und deren Verbündeten. Das geht aus einem Bericht hervor, den die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) am Mittwoch vorgelegt hat. Demnach wurden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 1.773 Zivilisten durch Kriegshandlungen verletzt oder getötet. Das war zwar ein Rückgang um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, allerdings schnellte zugleich die Zahl der getöteten oder verletzten Opfer von Einsätzen der Regierungstruppen, ihrer ausländischen Alliierten – vor allem den USA – oder von mit ihnen verbündeten Milizen um 39 Prozent auf 608 hoch.

Damit sind die von Kabul befehligten Truppen und ihre Partner im ersten Quartal für mehr zivile Todesopfer verantwortlich gewesen als die Aufständischen. 305 unb...

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