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18.04.2019 / Feuilleton / Seite 11

So schön still hier

Minimalmatthäus: Paul McCreesh lässt bei seiner Bach-Interpretation in Wroclaw einfach mal den Chor weg

Reinhard Lauterbach

Johann Sebastian Bachs Passionen werden in Polen weit seltener gespielt als in Deutschland. Dazu mag die Sprachbarriere beitragen, zudem die technischen Schwierigkeiten und der logistische Aufwand. Der liegt auch an einer spezifischen Aufführungstradition, an die sich der deutsche Hörer gewöhnt hat: neben Orchester und Solisten auch ein mehr oder minder umfangreicher Chor zur Ausführung insbesondere der Choralsätze, aber auch der Massenszenen. Sie entstand in einem kulturprotestantischen Milieu, das Bachs Kirchenmusik auch als Mittel der »Verkündigung« nutzt – gefasst in der nur halb scherzhaften Formulierung Albert Schweitzers, Bach sei wegen der emotionalen Eindringlichkeit seiner Musik der »fünfte Evangelist«.

In einem Land wie Polen fehlen hierfür alle Voraussetzungen. Die katholische Kirche kann mit dieser Musik nichts anfangen. Das bietet aber auch Chancen: So wird es etwa möglich, Bachs geistliche Werke kammermusikalisch als subtil konstruierte Kun...

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