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15.04.2019 / Thema / Seite 12

Luxus und Volksbedarf

100 Jahre Bauhaus (Teil III). Bauen für den Mittelstand oder für die Arbeiterklasse? Unterschiedliche Auffassungen im Bauhaus

Andreas Hartle

Industrialisierung und Modernisierungsschub förderten unter der deutschen Bourgeoisie den Wunsch nach einem Baustil, welcher der industriellen Kultur entsprach: Zweckmäßigkeit und Materialgerechtigkeit. Henry van de Velde beschrieb 1907 in seinem Buch »Zum neuen Stil« das Drängen der Bourgeoisie: »Die einzige Hoffnung auf Erlösung, die für die Industriellen noch möglich ist, ist die, dass wir bald einen ›Stil‹ haben, der ihnen vergönnen wird, etwas Geistesruhe zu genießen (…). Der Gedanke der Einführung eines neuen Stils ist befreiend. Er wird uns von dem Druck der unaufhörlichen, rastlosen Aufeinanderfolgen der Moden befreien, durch die das Publikum das Gefühl für guten Geschmack und Schönheit verloren hat«.¹

Dies hatte der Deutsche Werkbund zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgegriffen: die »gute Form« als Geschmacksbildungsprozess. Gut zwei Jahrzehnte später knüpfte das Bauhaus daran an: ein Erziehungsprojekt für eine der industriellen Kultur entsprechen...

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