Gegründet 1947 Donnerstag, 18. Juli 2019, Nr. 164
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13.04.2019 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Menschliche Selbstbehauptung

Monographie von Nihad Nino Pusija zeigt, dass der Künstler mehr als »nur« ein Fotograf der Roma

Matthias Reichelt

Ein Sprung von der berühmten Brücke in Mostar im Vorkriegsjugoslawien der 1980er Jahre eröffnet die fotografische Reise von Nihad Nino Pusija. Das Bildnis des früheren Staatspräsidenten Josip Broz, genannt Tito, an der Backsteinmauer eines Hauses, vor dem die Brückenspringer in die Tiefe hechten und für den Bruchteil einer Sekunde leicht wie Schwalben zu schweben scheinen, ist Symbol einer Zeit, in der das multiethnische Land geeint schien. Weiter hinten im Erzählstrom der Bilder tauchen Porträts von Tito sowohl im Hintergrund einer Party mit tanzenden Menschen sowie in einer Bäckerei auf – nicht unbedingt als Idol, sondern als Repräsentant einer unbeschwerten Zeit, die ihr Ende in tödlicher Feindschaft fand.

Die ersten Fotografien erinnern an das friedliche Nebeneinander heute getrennter und verfeindeter Staaten, an ein Land, das die Kindheit und Jugend des 1965 in Sarajewo geborenen Fotografen prägte. Später musste er Szenen der Zerstörung festhalten, d...

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