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13.04.2019 / Geschichte / Seite 15

Rote Fahnen über Limerick

Eine fast vergessene Geschichte – vor hundert Jahren gründeten die Arbeiter der irischen Stadt einen Sowjet

Florian Sieber

In »Die Asche meiner Mutter« beschreibt der irisch-amerikanische Schriftsteller Francis McCourt seine Kindheit in der von Armut und katholischer Kirche gegeißelten westirischen Stadt Limerick. Die Schilderungen von prügelnden Priestern und Lehrern sowie Hunger und Tod beginnen in den 1930er Jahren. Limerick, so der Eindruck, befindet sich fest in den Händen der gesellschaftlichen Reaktion. Umso überraschender ist, dass die Stadt fünfzehn Jahre zuvor das Zentrum der irischen Rätebewegung war.

Begonnen hatte alles mit dem Versuch einer Gefangenenbefreiung. Bei einer Hausdurchsuchung waren bei dem Gewerkschafter und Adjutanten der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) Robert Byrne ein Revolver und Munition gefunden worden. Der Telefonist wurde im Eilverfahren zu einem Jahr Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Im Gefängnis wurde Byrne zum Anführer der republikanischen Häftlinge und organisierte den Widerstand. Für die IRA, die sich seit dem Osteraufstand 1916 im K...

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