Gegründet 1947 Freitag, 18. Oktober 2019, Nr. 242
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10.04.2019 / Feuilleton / Seite 10

Wir konnten nicht anders, weil …

Annäherung an einen fremden Vater: »Der Funktionär«, ein Essayfilm über Klaus Gysi

Kai Köhler

Die Schlüsselszene wird mehrfach erzählt: Wie Klaus Gysi (1912–1999) in der Spätphase der Weimarer Republik hinter dem Fenster der elterlichen Wohnung in Berlin eine Arbeiterdemonstration beobachtete. Plötzlich trat die sozialdemokratisch kontrollierte Polizei auf, schoss in die Menge – ein Toter blieb auf dem Platz. Alles sei besser als das, erkannte der Beobachter, trat in den kommunistischen Jugendverband ein, bald auch in die Partei. Während des Faschismus ins Exil geflohen, ging er auf Parteibeschluss 1940 nach Deutschland zurück und überlebte in der Illegalität. Nach dem Krieg übernahm er in der DDR verschiedene Aufgaben. 1957 bis 1966 leitete er den Aufbau-Verlag und war danach bis 1973 Kulturminister. Als Ulbricht-Mann wurde er unter Honecker zunächst auf verschiedene Botschafterposten abgeschoben. Von 1979 an bemühte er sich als Staatssekretär für Kirchenfragen um die Stabilisierung der DDR, während Stagnation und Verfall immer deutlicher wurden....

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