Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Sa. / So., 17. / 18. August 2019, Nr. 190
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27.03.2019 / Feuilleton / Seite 8

»Das Theater ist der demokratischste Ort der Welt«

Trans-Aktivistin aus Brasilien tritt als Jesus auf. Stück feiert Europa-Premiere in Berlin-Kreuzberg. Ein Gespräch mit Renata Carvalho

Lisa Pausch

Ihre Performance in dem Stück »Das Evangelium nach Jesus, der Himmelskönigin« hat vor allem Proteste von streng gläubigen Christen ausgelöst. Was ist Ihre zentrale Botschaft?

In dem »Evangelium« geht es um die Frage, was passieren würde, wenn Jesus heutzutage lebte und eine Transvestitin wäre. Das Problem ist: Alle Menschen scheinen als Abbild oder zumindest als Darstellung für Jesus denkbar, nur nicht wir Trans-Menschen. Es gibt in Brasilien eine eindimensionale Vorstellung von dem, was trans ist: Mein Körper wird sexualisiert und zum Fetisch erhoben. Deswegen akzeptieren einige Leute nicht, dass ich Jesus darstelle. Es heißt, mein Körper sei nicht dafür geeignet, ihn zu repräsentieren. Wir müssen darüber reden, dass Religion ausschließt und tötet.

In einigen brasilianischen Bundesstaaten wurde das Stück verboten. Was hat das mit Ihnen gemacht?

Die Zensur war das Beste, was mir passieren konnte. Ehrlich. Auch wenn ich Depressionen und Panikattacken hatte...

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