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26.03.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

»Willkür mit System«

Der Wahlkampf in der Ukraine wird mit Einschüchterungen und Tricks geführt. Ein Gespräch mit Anatolij Scharij

Robert Allertz

Wann sind Sie aus der Ukraine geflohen?

Im Januar 2012, also noch in der Zeit von Präsident Janukowitsch.

Sie verließen das Land, bevor man Ihnen den Prozess machte?

Ich recherchierte damals zu zwei Themen, was einigen nicht passte. Erstens gab es ein Netz von Apotheken, das illegale Drogen vertrieb – gedeckt wurde die kriminelle Bereicherung durch das Innenministerium. Und die Staatsanwaltschaft hielt schützend ihre Hände über die illegalen Spielkasinos, die es im ganzen Land gab. Im Sommer 2011 wurde auf mein Auto bzw. auf mich geschossen. Anschließend kam ich vor Gericht, weil ich angeblich den Mordanschlag auf mich selbst inszeniert hatte. Man verurteilte mich in erster Instanz zu sieben Jahren Haft. Ich wehrte mich durch mehrere Instanzen und wurde wiederholt mit Ausreiseverbot belegt. Als der Druck unerträglich wurde, floh ich in die EU und bat dort um Asyl. Ich wurde als politischer Flüchtling in Litauen anerkannt.

2014 änderten sich in der Ukraine...

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