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22.03.2019 / Ansichten / Seite 8

Protektor rümpft die Nase

Wahlkampf in der Ukraine

Reinhard Lauterbach

Im Jahr 1999 stand der Autor dieser Zeilen, damals ARD-Korrespondent, kurz nach der Wiederwahl des ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma auf einem Empfang mit der Presseattachée der deutschen Botschaft in Ki ew zusammen. Jeder ein Glas Wein in der Hand. Warum die damalige Bundesregierung mit den Protagonisten Schröder und Fischer kein Wort über die offenkundigen Wahlfälschungen zugunsten des Amtsinhabers verloren habe, fragte ich sie in beiläufigem Ton. Die Klarheit der Antwort überraschte: »Wäre es Ihnen denn lieber gewesen, wenn der Kommunist gewonnen hätte?«, fragte die Diplomatin zurück. Das war doch mal eine Ansage: Wahlfälschungen gehen in Ordnung, wenn sie zugunsten des Richtigen erfolgen.

Und das ist der Unterschied zwischen 1999 und 2019. Damals war noch nicht entschieden, wohin die Ukraine sich bewegen würde. Sie hatte die Blockfreiheit in der Verfassung stehen und grob gesagt eine Hälfte der Wähler, die für ei...

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