Der Schwarze Kanal
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20.03.2019 / Thema / Seite 12

Ein Mann, ein Mord?

Im Januar 1993 wurde in Freiburg eine bekannte Antifaschistin ermordet, verurteilt wurde ein »psychisch gestörter« Einzeltäter. Ein politisches Motiv schlossen die Ermittler aus

Peer Heinelt

Vor 25 Jahren fällte die I. Große Strafkammer des Landgerichts Freiburg im Breisgau ein in zweifacher Hinsicht denkwürdiges Urteil: Zum einen, weil nunmehr ein Verbrechen als gesühnt galt, das bundesweit für Empörung gesorgt und Tausende von Menschen zu wütenden Demonstrationen auf die Straßen getrieben hatte. Zum anderen, weil der Richterspruch bis heute im Verdacht steht, Polizei und Justiz sei es weniger um Aufklärung als vielmehr darum gegangen, der Öffentlichkeit möglichst schnell einen »unpolitischen« Täter zu präsentieren. Am 3. März 1994 verurteilte das Landgericht den arbeitslosen Fernmeldehandwerker und Elektrogerätemechaniker Michael B. wegen Mordes an der 24jährigen Antifaschistin Kerstin Winter. Der an paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie leidende B. habe am 22. Januar 1993 die in mehreren linken Freiburger Gruppen und Vereinen engagierte Krankenschwesternschülerin aus unbekannten Gründen mittels einer vor ihrer Wohnungstür abgestellten...

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