Gegründet 1947 Sa. / So., 24. / 25. August 2019, Nr. 196
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23.03.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Serbien muss wirtschaftliche Vorgaben von EU und IWF befolgen«

Gespräch mit Nebojša Katic. Über die Folgen des NATO-Überfalls auf Jugoslawien und die koloniale Abhängigkeit des Balkans

Simon Zeise

Vor zwanzig Jahren bombardierte die NATO Belgrad. Zu welchen wirtschaftlichen Konsequenzen führte die Zerstörung des Landes?

Da der Krieg gegen Serbien als humanitäre Intervention gerechtfertigt wurde, kann ich nicht widerstehen, aus Carl Schmitts 1932 erschienenem Buch »Der Begriff des Politischen« zu zitieren: »Der Begriff der Menschlichkeit ist ein besonders nützliches ideologisches Instrument der imperialistischen Expansion, und in seiner ethisch-humanitären Form ist es ein spezifisches Vehikel des wirtschaftlichen Imperialismus.« Der Bombenkrieg der NATO im Jahr 1999 folgte auf die wirtschaftlichen Sanktionen, die gegen Serbien und Montenegro in den neunziger Jahren verhängt worden waren. Die Folgen dieser Maßnahmen waren für die serbische Wirtschaft wahrscheinlich verheerender als die 77tägigen Bombardements. In der Zeit von 1992 bis 1996 lebte Serbien unter einem Sanktionsregime, wie man es in Europa nie zuvor gesehen hatte. Es gab ein vollständige...

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