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18.03.2019 / Politisches Buch / Seite 15

Gänzlich ruiniert

Überall die gleiche Kirche. Zur Neuauflage der »Kleriker« von Eugen Drewermann

Horsta Krum

Als Eugen Drewermanns nun neu aufgelegtes Buch »Kleriker« 1989 erschien, waren die sexuellen Vergehen, die Priester verübten, kein öffentliches Thema. Drewermann gehörte damals selbst noch zu den Klerikern, weiß also, wie es einem Priester, einem Mönch geht. Alle befinden sich auf einer bestimmten Stufe der Hierarchie. Alles in ihrem Leben ist festgelegt: ihr Dienst, der Rhythmus ihres Alltags; von ihrer Vergangenheit sind sie getrennt; ihre Gegenwart ist durch ständige Verfügbarkeit bestimmt, ihre Zukunft durch das Gelübde, das sie bei der Priesterweihe ablegten; sie kommunizieren, indem sie vorgegebenen Rollen entsprechen. Grundlage ihres Lebens bildet das Gelübde der Armut, der Demut (Gehorsam) und der sexuellen Enthaltung, die sich nach außen im Zölibat, der Ehelosigkeit, darstellt.

Das Gelübde bedeutet, so Drewermann, eine »Schwergewichtsverlagerung vom Persönlichen ins Institutionelle (…), in theologischer Reflektiertheit eine extreme Ideologie der ...

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