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18.03.2019 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Knast einkalkuliert

Westliche Konzerne bemängeln fehlende Rechtssicherheit in Russland. Doch diese verspricht ihnen hohe Gewinne. Moskau geht gegen Kapitalflucht vor

Reinhard Lauterbach

Sage niemand, dass Börsenjournalisten nicht auch literarisch bewandert wären. Das Handelsblatt zitierte in der vergangenen Woche den ansonsten nicht übermäßig berühmten russischen Dichter Fjodor Tjutschew, dessen Nachruhm vor allem aus einem Zitat in schönen Reimen besteht: Russland sei mit der Vernunft und fremden Maßstäben nicht zu fassen, es lebe nach eigenen Gesetzen, und man könne an es nur glauben.

Anlass des Rückgriffs auf die Poesie war eine Analyse der Chancen und Risiken des russischen Aktienmarkts. Der zeichnet sich nämlich nach Aussage verschiedener Fondsmanager und Vermögensverwalter durch zwei Faktoren aus: ein unter dem Marktdurchschnitt liegendes Kurs-Gewinn-Verhältnis und eine über diesem Durchschnitt liegende Dividendenrendite – also das Verhältnis des ausgeschütteten Gewinns zum Börsenkurs.

Unterbewertete Kurse

Die Dividendenrendite betrage quer über den russischen Aktienindex 6,8 Prozent – was allerdings auch den Umstand spiegele, dass...

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