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13.03.2019 / Feuilleton / Seite 10

Die gespielte Debatte

Deutsche Kolonialverbrechen, moralische Aufladung: »Herero_Nama« am Schauspiel Köln

Hans-Christoph Zimmermann

Die Köpfe der 1905 im Konzentrationslager in Swakopmund getöteten Herero und Nama wurden gekocht. Frauen mussten mit Glasscherben das Fleisch von den Knochen schaben. Anschließend wurden die Schädel für rassentheoretische Forschungen nach Deutschland verschifft, wo sie heute in Museumskellern liegen. »Das sind keine Schädel, das sind Menschen!« sagt der Herero Israel Kaunatjike wütend und verlangt die sofortige Rückgabe, um die sterblichen Überreste seiner Vorfahren bestatten zu können.

Wie kommt man den Gräueln eines Völkermords bei, ohne ihn darzustellen? Emotionalisierung via Dokumentation des Grauens ist ein Weg, den Peter Weiss und Claude Lanzmann beschritten haben, jetzt geht ihn Nuran David Calis in seiner Inszenierung »Herero_Nama. A ­History of Violence« am Schauspiel Köln. Recht ausführlich zitiert wird etwa eine Debatte deutscher Kolonialbeamter über die ökonomischen Folgen des Einsatzes verschiedener Prügelinstrumente.

Der deutsche Koloni...

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