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19.02.2019 / Inland / Seite 5

Geldflüsse umgeleitet

Jobcenter schichten mehr als eine Milliarde Euro um. Fördermittel für Erwerbslose wird für Behördenpersonal ausgegeben

Susan Bonath

Arbeit vermitteln, fördern und soziale Ansprüche berechnen: Das gehört inzwischen zu den Nebentätigkeiten der Jobcenter. Umso mehr drangsalieren sie Erwerbslose. Familien schlagen sich mit wochenlangem Ämtermarathon wegen allerlei Nachweispflichten und 80seitigen hochkomplizierten Bescheiden herum. Widerspruchsabteilungen befassen sich mit der hohen Fehlerquote. Außendienste spitzeln in Schlafzimmern Alleinerziehender, weil Arbeitsvermittler eine verheimlichte Partnerschaft vermuten. Jährlich ergehen fast eine Million Sanktionsbescheide und noch mehr Anhörungen, weil Betroffene einen Termin versäumt, zu wenige Bewerbungen nachgewiesen oder ein Vorstellungsgespräch verpasst haben. Jüngst ergab eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA), dass ein Drittel aller Jobcenter und Arbeitsagenturen einen Sicherheitsdienst beschäftigt. Das kostet Geld, das den Leistungsbeziehern fehlt. 2018 schichteten die Jobcenter mehr als eine Milliarde Euro aus dem Budget ...

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