Gegründet 1947 Freitag, 18. Oktober 2019, Nr. 242
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16.02.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Es droht ein nukleares Schlachtfeld, das Europa heißt«

Gespräch mit Lühr Henken. Über den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag, die Aufrüstung der NATO und die Zukunft der Friedensbewegung

Markus Bernhardt

Anfang Februar ist die US-Regierung aus dem Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag), der 1987 mit der damaligen Sowjetunion geschlossen wurde, ausgestiegen. Was genau wurde im Rahmen dieses Vertrages geregelt?

Es war der erste nukleare Abrüstungsvertrag überhaupt, der nach langem Ringen – allerdings zuungunsten der Sowjetunion – abgeschlossen wurde. Bis 1991 führte er zur Abrüstung sämtlicher bodengestützter Raketen und Marschflugkörper mit Flugreichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometer. Der Vertrag war asymmetrisch: Die UdSSR verschrottete 1.754 Startrampen und demontierte 3.000 Atomsprengköpfe, die USA 817 bzw. 890. Frankreich und Großbritannien konnten ihre Atomwaffen behalten und die USA hielten am SDI-Programm, bekannt auch unter »Krieg der Sterne«, fest.

Der Vertrag war Ausdruck des Sieges der NATO über die Sowjetunion und die Staaten des Warschauer Vertrages in dem von den USA seit 1945 entfesselten Kalten Krieg, de...

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