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13.02.2019 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Liebe

Ronald Weber

»Ich bin schon krank vor Liebe, / meine süße Valentine«, schrieb Herzog Karl von Orléans zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Die nach heutigem Verständnis leicht kalauernden Zeilen des Nachfahren der Troubadours stehen nicht nur am Beginn der uns heute wohlbekannten Tradition des Valentinstags, sie verweisen auch auf eine spezifische Eigenschaft der Liebe. So kann sich die menschliche Fähigkeit, eine intensive Gefühlsbeziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen, nicht allein positiv, sondern auch schmerzhaft und enttäuschend realisieren. Der Liebeskummer gehört zur Liebe notwendig dazu; Lieben ist als menschliche Praxis identitätsbildend wie identitätszerstörend.

Es zählt darüber hinaus, auch das zeigt das Gedicht, zur patriarchalen Tradition, dass die Frau das untätige Objekt der Liebe ist. Das änderte sich mit dem Aufstieg des Bürgertums zur herrschenden Klasse. Im Rahmen der Liebesehe konnte auch die Frau zum Subjekt werden. An ihrer Unterdrückung ändert...

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