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13.02.2019 / Feuilleton / Seite 10

Präziser, kalter Blick

Großer Unbekannter: Das Österreichische Filmmuseum präsentiert den (Neo-)Realisten Ermanno Olmi

Sabine Fuchs

Genaugenommen ist es ja eine Doppelretrospektive, die das Österreichische Filmmuseum zeigt, denn Ermanno Olmi (1931-2018) wird in einer durchaus interessanten Gegenüberstellung gemeinsam mit Federico Fellini (1920-1993) präsentiert. Doch während jeder Kinofreund Fellinis Filme in- und auswendig kennt und seine ikonisch gewordenen Bilder Allgemeingut sind, ist das Werk Olmis nahezu unbekannt. Einzige Ausnahme ist »L’albero degli zoccoli« (»Der Holzschuhbaum«). Für die von seinen Großeltern inspirierte Chronik bäuerlichen Lebens an der Wende zum 20. Jahrhundert erhielt er 1978 die Goldene Palme von Cannes.

Olmi blieb der große Unbekannte, weil er sich dem Starkino, das Fellini so vollendet beherrschte, fast durchgehend verweigerte. Meist arbeitete er mit Laiendarstellern, an denen er ihre Authentizität und Einfachheit schätzte. Genau diese Eigenschaften zeichnen auch seine Filme aus. Dazu kommt eine Genauigkeit der Beobachtung, die auch unter den italienisc...

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