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19.01.2019 / Thema / Seite 12

Der Dammbruch

Vor vierzig Jahren wurde die Fernsehserie »Holocaust« erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Sie veränderte die Einstellung der Westdeutschen zum Massenmord an den Juden (Teil 1)

Hannes Heer

»Was der Eichmann-Prozess in und außerhalb Israels war, das hat die Serie Holocaust‹ für die Deutschen bewirkt«, so hat die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann in Ihrem Essay »Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur« 2013 die beiden Ereignisse aufeinander bezogen. Ob dieser Vergleich zutreffend ist, kann man an den Reaktionen der westdeutschen Öffentlichkeit im Jahre 1979 ablesen. Die Fernsehserie erzählt nämlich die Geschichte des Holocaust in Gestalt dreier deutscher Familien in den Jahren 1935 bis 1945. Diese leben in Berlin, sind miteinander bekannt oder sogar verwandt. Da es sich dabei um assimilierte Juden, fanatische Nazis und brave Sozialdemokraten handelt, könnten ihre Lebensläufe nicht unterschiedlicher sein. Die Serie liefert also Familiengeschichten und bietet damit den Zuschauern jede Menge an Identifikation – positive wie negative und dann in der Entmischung dieser beiden Ordnung versprechenden Kategorien einen Taifun an Gefühlen, bl...

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