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16.01.2019 / Feuilleton / Seite 10

Von Gewalt und Staatszerfall

Die konservative Rebellin: Zweimal »Antigone« in Berlin

Kai Köhler

Am Anfang steht die Machtfrage: Wer herrscht über Theben? Die Brüder Eteokles und Polyneikes einigen sich auf einen jährlichen Wechsel. Doch Eteokles denkt nicht daran, die Herrschaft abzugeben. Polyneikes muss fliehen, kehrt mit Unterstützung zurück. In dem folgenden Krieg kann Theben sich halten, die beiden Brüder töten einander. Nachfolger wird Kreon, ihr Onkel. Er ordnet an, Eteokles als Helden zu ehren. Polyneikes wird als Verräter die Bestattung verwehrt, die Geier werden satt.

Kreon denkt an den Staat und will den Frieden durch ein einheitliches Geschichtsbild sichern. Antigone dagegen, Schwester der Toten, setzt die Familienpflicht und religiöse Gebote an oberste Stelle: Auch Polyneikes muss begraben werden. An diesem Punkt setzt Sophokles’ »Antigone«-Drama ein. Szene für Szene spitzt sich der Konflikt zu. Kreon befiehlt die Hinrichtung der Gegnerin, die sich seinem Befehl widersetzt hat. Zu spät kommt er zur Einsicht, dass er es mit der Konsequen...

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