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12.01.2019 / Feuilleton / Seite 11

Die regenschweren Straßen

Wo bleibt die große Brinkmann-Biographie? Markus Fauser hat einen guten Anfang gemacht

Gerhard Henschel

Nur wenige deutsche Schriftsteller der Nachkriegszeit ziehen über ihren Tod hinaus noch so viel Interesse auf sich wie Rolf Dieter Brinkmann, der 1975 im Alter von 35 Jahren in London von einem Auto angefahren worden und an den Folgen des Unfalls gestorben ist. Aber vielleicht sollte man hier eher von Faszination sprechen als von Interesse. Schon als Twen hatte ihn die Aura eines Genies umgeben. Er sei »ein untersetzter Gesinnungsunrasierter mit schlaksigem Mundwerk«, schrieb der Spiegel 1968, als Brinkmanns Romandebüt »Keiner weiß mehr« gerade Furore machte; und als kurz nach seinem frühen Tod der Gedichtband »Westwärts 1 & 2« (1975) erschien, dem Jahre des Schweigens vorausgegangen waren, erwies sich plötzlich fast die gesamte übrige lyrische Produktion seiner Zeitgenossen als Makulatur. Allein Ror Wolfs, Ernst Jandls, Paul Celans und Peter Rühmkorfs Gedichte und die in einer anderen Liga spielenden humoristischen Verse von Robert Gernhardt und F. W...

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