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09.01.2019 / Antifa / Seite 15

Geschichtsschreibung nach Maß

Um eine Flüchtlingsunterkunft zu verhindern, behauptet eine Initiative in Hamburg, am fraglichen Ort sei eine KZ-Außenstelle gewesen

Kristian Stemmler

In den noblen Hamburger Vororten gibt es regelmäßig Proteste, wenn Behörden auf die Idee kommen, dort Unterkünfte für Flüchtlinge zu bauen. Dabei schieben Anwohner, die in Wahrheit nur um den Wert ihrer Grundstücke fürchten, meist den Naturschutz vor, um nicht als »Ausländerfeinde« dazustehen. In Sasel im Hamburger Norden kämpft eine Anwohnerinitiative gegen den Bau einer Flüchtlingsunterkunft mit einer noch perfideren Argumentation: Sie behauptet, auf dem vorgesehenen Areal habe sich ein Außenlager des Konzen­trationslagers Neuengamme befunden – obwohl Experten dies längst widerlegt haben.

Tatsächlich gab es in Sasel, genauer: im Ortsteil Hohensasel, in der Nazizeit eines von mehr als 80 Außenlagern des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme, allerdings weiter östlich, wie Iris Groschek, Sprecherin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, am Freitag gegenüber jW bestätigte. Vom 13. September 1944 bis zur Befreiung durch britische Truppen am 5. Mai 1945 waren i...

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