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09.01.2019 / Inland / Seite 4

Dessauer Zustände

Demonstration am Todestag von Oury Jalloh: Behörden sperren sich gegen Aufklärung mutmaßlicher Tötungsverbrechen im Polizeirevier

Susan Bonath

»Spürt ihr die feindselige Stimmung?« fragt Mouctar Bah am Montag in Dessau. Wenig später klettert er mit Mamadou Saliou Diallo auf einen Wagen auf dem Bahnhofsvorplatz. »Oury Jalloh – das war Mord«, ist auf der Rückwand zu lesen. Diallo ist der Bruder des vor 14 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle verbrannten Asylbewerbers. Anlässlich des Todestages ist er aus Guinea angereist, auf Kosten der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. Er bedankt sich auf deutsch bei den Demonstranten, während sich der Platz weiter füllt. Man dürfe den Kampf gegen Polizeigewalt nicht aufgeben und kein Opfer vergessen, mahnt er dann. Dabei, so Diallo, gehe es um drei Todesfälle im Polizeirevier Dessau: Seinen Bruder und die beiden Deutschen Hans-Jürgen Rose und Mario Bichtemann. »Wir setzen den Kampf fort!« ruft er unter lautem Beifall.

Mouctar Bah, Mitbegründer der Initiative, spricht langsam: »Ich bin heute in Dessau«, sagte er, »und fühle mich genauso wie 2005«. Schon dam...

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