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08.01.2019 / Titel / Seite 1

Fakten nicht erwünscht

Demonstration zum 14. Todestag Oury Jallohs in Dessau. Aktivisten und Familie des Opfers fordern weiterhin Aufklärung

Susan Bonath

Lautstark tönte am Montag der Sprechchor »Oury Jalloh – das war Mord« durch die Straßen Dessaus. Damit erinnerten etwa 800 Menschen bei nasskaltem Wetter an den Tod des Flüchtlings vor genau 14 Jahren. Ein Polizeiaufgebot erwartete sie am Bahnhof der Stadt. Der 36jährige Jalloh war 2005 an Händen und Füßen gefesselt in einer Polizeizelle bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Mord an dem Sierra Leoner durch Polizisten sei durch zahlreiche Beweise »faktisch belegt«, erklärte die »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh«. »Aber die Justiz verweigert weiterhin jede Aufklärung.« Zuletzt habe dies Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad untermauert: Im November hatte er die endgültige Einstellung des Verfahrens bestätigt. In ihrem Prüfvermerk dazu ignoriere seine Behörde in Naumburg »konsequent und hartnäckig die tatsächliche Faktenlage«, so die Initiatoren der Demonstration. »Es ist heute wie 2005: Wir wissen, dass es Täter gibt, aber die Suche nach i...

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