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07.01.2019 / Feuilleton / Seite 11

Aus der Zeit gekippt

Über die arme, kranke, schöne Seele der Revolution: Eberhard Rathgebs Roman »Karl oder der letzte Kommunist«

Werner Jung

Das Leben ist eine Versuchsstrecke, so hat sich der in diesem Jahr verstorbene Kölner Schriftsteller Dieter Wellershoff häufiger ausgedrückt, und der literarische Prosatext eine pointierte Modellierung davon. Auch Eberhard Rathgebs neuer Roman »Karl oder der letzte Kommunist« lässt sich als eine Art Versuchsanordnung lesen. Darin geht es – nomen est omen – um die Biographie des letzten deutschen Kommunisten Karl. Geboren im Faschismus, sechs Jahre jünger als Wolf Biermann (also 1942), auf den, wie auch auf andere Künstler und Intellektuelle (Arendt, Enzensberger oder Frisch), versteckt angespielt wird, stirbt Karl »nach langer schwerer Krankheit« 66jährig. Sein Tod ist Anfang und Ende einer Entwicklungsgeschichte, in der es vordergründig um die Behauptung der richtigen Weltanschauung und einer aufrechten Haltung bzw. des »aufrechten Gangs« (E. Bloch) geht.

Karl verkörpert den Typus des (west-)deutschen linken Intellektuellen, der...

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