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07.01.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

Der Gefühlshändler

Alexander Lukaschenko hat die Sowjetnostalgie zur Grundlage seiner Karriere in Belarus gemacht. Jetzt ist das Spiel aus

Reinhard Lauterbach

Als der Sowchosvorsitzende Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko 1994 zum ersten Mal für das Amt des Präsidenten der gerade einmal drei Jahre existierenden Republik Belarus kandidierte, wirkte er wie die Verkörperung des »gewöhnlichen Sowjetmenschen«. Er sprach – und spricht – ein dialektales Russisch und liebt Kraftausdrücke.

Auch sein Programm sprach diejenigen an, die im Zuge der wirtschaftlichen Transformation unter die Räder zu kommen drohten und denen der Nationalismus der Minsker Intelligenz, die 1991 an die Macht gekommen war, nichts oder nichts Gutes sagte. Er führte die grün-rote Flagge der belarussischen Sowjetrepublik, deren Wappen und Feiertage wieder ein. Lange Zeit galt es im Westen als ausgemacht, dass Lukaschenko nicht nur der »letzte Diktator Europas« sei, sondern dass er das Land auch in ein »sowjetisches Freilichtmuseum« verwandelt habe.

Diese Beobachtungen waren ungenau. Tatsächlich behielt Lukaschenko die überwiegend staatliche Lenkun...

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