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03.01.2019 / Feuilleton / Seite 10

Kopf im Nacken, himmelnder Blick

Vibrationen, keine Einsichten: »Ekstase« im Kunstmuseum Stuttgart

Alexander Bahar

»Ekstase« als gewollten Kontrollverlust, als den Alltag transzendierenden Rauschzustand gibt es in fast allen Kulturen. Was in der griechischen Antike das »Außersichgeraten«, die »Verzückung« war, fand auf vielfältige Weise auch in Kunst, Musik und Tanz seinen Niederschlag. Mit 230 Exponaten aus Antike bis Gegenwart versucht eine Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart, sich dem komplexen Thema zu nähern.

Ursprünglich waren ekstatische Erfahrungen in einem rituell-religiösen Kontext verankert, Definition, Wahrnehmung und Bewertung wurden kontinuierlich erweitert. Während Verzückungszustände in vielen indigenen Kulturen positiv konnotiert und in rituelle Handlungen eingebettet sind, wurden und werden sie »in den von Industrialisierung, Kapitalismus und Globalisierung dominierten Gesellschaften heute oft als etwas Bedrohliches wahrgenommen«, heißt es im Begleittext zur Ausstellung. Individuen oder gar Kollektive in Ekstase stehen in der Regel für Kontrollverlu...

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