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29.12.2018 / Geschichte / Seite 15

Verdrängt, entrechtet, ausgeschaltet

Vor 80 Jahren untersagte das Naziregime jüdischen Staatsbürgern per Gesetz die Geschäftstätigkeit

Knut Mellenthin

Der 1. Januar 1939 war der Stichtag für die Umsetzung der »Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben«. Von diesem Tag an war Juden in Deutschland »der Betrieb von Einzelhandelsverkaufsstellen, Versandgeschäften oder Bestellkontoren sowie der selbständige Betrieb eines Handwerks untersagt«. Zugleich war ihnen ausdrücklich verboten, »auf Märkten aller Art« Waren oder Dienstleistungen anzubieten, was sich im Grunde schon aus dem ersten Punkt ergab. »Jüdische Gewerbebetriebe«, die am Jahresanfang 1939 noch bestanden, sollten unter Zuhilfenahme der Polizei geschlossen werden.

Die Verordnung, die am 12. November 1938 von Hermann Göring in seiner Eigenschaft als Beauftragter für den Vierjahresplan erlassen worden war, schrieb außerdem vor, dass Juden ab dem 1. Januar 1939 nicht mehr »Betriebsführer« sein durften. Jüdischen Staatsbürgern, die zu diesem Zeitpunkt noch als leitende Angestellte in einem Wirtschaftsunternehmen tätig war...

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