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21.12.2018 / Feminismus / Seite 15

Es wird Zeit!

Ein engagierter Kämpfer gegen den Abtreibungsparagraphen 218 wurde am Sonntag vor 130 Jahren geboren. Plädoyer für die Selbstbestimmung der Frau

Simone Barrientos

Ich mag 16 Jahre alt gewesen sein, als wir in der Schule – ich besuchte eine Polytechnische Oberschule in der DDR – das Theaterstück »Cyankali« von Friedrich Wolf behandelten. Friedrich Wolf, geboren am 23. Dezember 1888, bekämpfte den Paragraphen 218 als Mediziner und als Künstler. 1931 wurde er der »gewerbsmäßigen Abtreibung« beschuldigt und verhaftet. Die Proteste waren so massiv, dass er schließlich auf Kaution freikam. Nach der Machtübertragung an die NSDAP – im Völkischen Beobachter hatte es schon 1931 geheißen, er sei einer der »gemeingefährlichsten Vertreter des ostjüdischen Bolschewismus« – emigrierte er in die Sowjetunion. Nach Kriegsende lebte er als Schriftsteller in Ostberlin, wo er 1953 starb.

Das Theaterstück von 1929 thematisiert die Notlage der Arbeiterin Hete. Sie wird schwanger. Die finanzielle Not belastet sie, und sie entscheidet sich für einen Abbruch. Der ist in der Zeit der Weimarer Republik nur mit einem ärztlichen Attest möglich,...

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