Gegründet 1947 Dienstag, 15. Oktober 2019, Nr. 239
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15.12.2018 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Reisen ans Ende des Ichs

Rede anlässlich der Verleihung des Von-der-Heydt-Preises an Eugen Egner, gehalten am 4. November in der Citykirche in Wuppertal

Jürgen Roth

»Ein einziges Ghetto, eine riesige Gosse irgendwo im Weltall.«

Rust Cohle

»Das Kind wird irre am Ich.«

Eugen Egner

»Ihm löste sich vor Bänglichkeit der innere Mensch total auf.«

Eugen Egner

»Die Menschheit arbeitet fanatisch an ihrer eigenen Vernichtung.«

Eugen Egner

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich des heutigen Festtages war ich zunächst versucht, aus Eugen Egners voluminöser, bedauerlicherweise ausschließlich an der Universität Rinteln vorrätig gehaltener Frühschrift »Die Lage der kunsttreibenden Klasse in Wuppertal« zu zitieren, um mich dem Wesenskern des Sonderartisten Egner in ersten Trippelschritten zu nähern. Denn in einem propädeutischen, gleichwie mit einem delikaten Katastrophismus getränkten Telefonat am – kein Scherz! – 11. September dieses Jahres hatte der heute zu Ehrende mir gegenüber gestanden, »das Existierenmüssen« sei eine Last und das Schlafen »Schwerstarbeit«. »Es wird«, meinte Eugen in summa, »alles immer lästiger.« (Oder ha...

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