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12.12.2018 / Feuilleton / Seite 11

All die schönen Vorurteile

»Die erkämpfte Republik«: Das Wien-Museum erinnert mit einer Fotoausstellung an den November-Umsturz. Leider hält diese nicht, was sie verspricht

Sabine Fuchs

Um zu ermessen, wie groß der Umbruch in Österreich vom November 1918 tatsächlich war, muss man sich vor Augen führen, was in jenem Jahr in der Habsburgermonarchie alles schon geschehen war. Im Januar kam es unter dem Eindruck der Russischen Revolution und aufgrund der schon monatelang andauernden katastrophalen Versorgungslage zu Massenstreiks – allein in Wien waren mehr als 100.000 Menschen im Ausstand. Im Februar folgte der Matrosenaufstand von Cattaro – 800 wurden verhaftet, vier der Anführer standrechtlich erschossen. Im Mai und Juni kam es zu Aufständen von Soldaten, die nach dem Friedensschluss von Brest-Litowsk aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgeschickt worden waren. Sie wehrten sich dagegen, dass sie nach einem kurzen Heimaturlaub sofort wieder an die Front zurück sollten – in Kragujevac wurden 44 von ihnen als »bolschewistische Anführer« exekutiert.

Obwohl die Habsburgerdynastie und die militärische Führung jede Legitimation verloren hatte...

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