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12.12.2018 / Titel / Seite 1

Neues von der Klassenjustiz

Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Correctiv-Chefredakteur wegen Recherchen zu »Cum-Ex«-Geschäften

Nico Popp

Solange man mit seinem Kram zuverlässig den liberalen Herrschaftsdiskurs bedient, geht alles gut. Sobald der Eigentümerklasse ins Handwerk gepfuscht wird, fangen die Probleme an. Oliver Schröm, Chefredakteur der Recherchegruppe Correctiv, lernt diese Lektion gerade – und sie lässt ihn nach eigenem Bekunden »ratlos zurück«. Wie der Journalist am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin bekanntgab, ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg seit mehreren Monaten gegen ihn. Im Raum steht demnach der Verdacht auf Anstiftung zum Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Zum ersten Mal wird damit der Paragraph 17 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), der beim Beschuldigten eigentlich ein geschäftliches Konkurrenzverhältnis zum Geschädigten voraussetzt, gegen einen Journalisten in Stellung gebracht.

Im Oktober 2018 war unter anderem von Correctiv bekanntgemacht worden, dass die Staatskassen von zwölf europäischen Ländern mit erschlichene...

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