Der Schwarze Kanal
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11.12.2018 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Ausbeuterland BRD

Institut beklagt schwere Menschenrechtsverstöße auf deutschem Arbeitsmarkt. Bundesregierung ermöglicht »risikoloses Geschäft«

Ralf Wurzbacher

Eine Frau aus Kamerun erhält Anfang 2018 eine Arbeitserlaubnis als Reinigungskraft in Brandenburg. Ihr Chef verspricht ihr einen Vollzeitjob bei einem Stundenlohn von zehn Euro. Es kommt anders: Monatelang schuftet sie ohne Arbeitsvertrag für einen Bruchteil des Geldes, droht wegen Mittellosigkeit ihre Wohnung zu verlieren. Als sie sich zur Wehr setzt und eine Beratungsstelle einschaltet, wird sie kurzerhand gefeuert. Die Frau zieht daraufhin vor das Arbeitsgericht, will so die Rückkehr auf ihre Stelle und die Zahlung des ausstehenden Gehalts durchsetzen. Ihre Anwältin räumt ihr sogar gute Erfolgschancen ein. Aber der bürokratische Aufwand, Verständigungsprobleme und Druck aus ihrem Umfeld bringen sie am Ende dazu, die Klage zurückzuziehen.

Am Montag wurde weltweit der »Tag der Menschenrechte« gefeiert. Was kaum bis gar nicht an die Öffentlichkeit dringt: Auch hierzulande gibt es zahllose Fälle, in denen die Würde von Menschen mit Füßen getreten und eleme...

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