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04.12.2018 / Inland / Seite 2

»Der Umgang mit Yusras Fall ist grausam«

Altersfeststellung verweigert: 17jährige soll nach Äthiopien abgeschoben werden. Dort lebt auch ihr Vergewaltiger. Ein Gespräch mit Loulou Kinski

Gitta Düperthal

Die 17jährige Yusra Yusuf, seit September in Abschiebehaft im oberbayrischen Eichstätt, soll am Mittwoch nach Äthiopien abgeschoben werden. 15jährig flüchtete sie 2016 mit einem gefälschten Pass, der sie zehn Jahre älter machte, nach Deutschland. Dies wird ihr nun zum Verhängnis. Warum gelang ihr nur so die Flucht?

Das ist ihre Geschichte: Yusra kommt ursprünglich aus Eritrea. Ihr Vater ist Eritreer, ihre 2014 verstorbene Mutter war Äthiopierin. Zuletzt hatte die Familie in Äthiopien gewohnt, weil sie sich dort mehr Sicherheit erhoffte. Die Dorfgemeinschaft hatte aber die Familie nach dem Tod der Mutter als »Ausländer« angesehen, ihnen nicht die gleichen Rechte wie den Äthiopiern zugestanden. Nachdem Yusra dort von einem älteren Mann vergewaltigt worden war, hatte er es als sein Anrecht betrachtet, sie zu heiraten: weil sie »sexuellen Kontakt« mit ihm gehabt habe. Yusras Vater sah sich nicht in der Lage, sie zu schützen, und bereitete ihre Flucht vor. Urs...

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