Gegründet 1947 Sa. / So., 20. / 21. Juli 2019, Nr. 166
Die junge Welt wird von 2201 GenossInnen herausgegeben
08.12.2018 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Die Hoffnung lebt

Zwanzig Jahre nach dem Karfreitagsabkommen ist die Lage in Nordirland längst nicht entspannt

Gabriel Kuhn

Das erste Mal besuchte ich Belfast im Sommer 1991. Ich nahm den Bus von Dublin. Ich hatte gerade die Schule abgeschlossen, war politisch engagiert und fühlte mich gut vorbereitet. Das war ich aber nicht. Die Straßensperren, die Panzer der britischen Armee und die Soldaten mit Maschinengewehren im Anschlag verunsicherten mich mehr als erwartet. Ich fuhr noch am selben Abend wieder nach Dublin zurück. Als der Bus die Grenze überquerte, wies mich ein Mitreisender im Flüsterton darauf hin, dass in Nordirland keine Demokratie herrsche. Auf den Wohnblöcken, die wir passierten, prangte in riesigen Buchstaben der Schriftzug IRA.

Im Sommer 1996 war ich das zweite Mal in Belfast. Dieses Mal blieb ich einen Monat lang. Ich wohnte bei einem Freund aus der Republik Irland, den ich ein paar Jahre zuvor in den USA kennengelernt hatte. Das Stadtbild hatte sich dramatisch verändert. Nachdem die IRA 1994 einen Waffenstillstand verkündet hatte, waren die Straßensperren, Pan...

Artikel-Länge: 12230 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €