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08.12.2018 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Die Vergessenen

Kurz nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis setzte sich Rosa Luxemburg im Herbst 1918 für die Befreiung ihrer Mitgefangenen ein

Für die politischen Opfer der alten Reaktionsherrschaft wollten wir keine »Amnestie«, keine Gnade (…), die proletarische Revolution hat die Tore unserer Kasematten gesprengt.

Aber eine andere Kategorie trauriger Insassen jener düsteren Häuser ist völlig vergessen worden. Niemand hat bis jetzt an die Tausende bleicher, abgezehrter Gestalten gedacht, die hinter den Mauern der Gefängnisse und Zuchthäuser zur Sühne für gemeine Vergehen jahrelang schmachteten.

Und doch sind es unglückliche Opfer der infamen Gesellschaftsordnung, gegen die sich die Revolution richtete, Opfer des imperialistischen Krieges, der Not und Elend zur unerträglichen Folter gesteigert, der durch die bestialische Menschenschlächterei in schwachen, erblich belasteten Naturen alle bösen Instinkte entfesselt hat.

Die bürgerliche Klassenjustiz erwies sich wieder einmal als das Netz, durch dessen Maschen räuberische Hechte bequem herausschlüpfen, während kleine Stichlinge darin hilflos verzap...

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