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29.11.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Chruschtschows Geschenk

Die Krim zwischen der Russischen und der Ukrainischen Sowjetrepublik

Reinhard Lauterbach

Der Anspruch der Ukraine auf die Krim ist – historisch gesehen – nicht sehr alt. Er geht auf den Januar 1954 zurück. Damals hatte der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow die Halbinsel von der russischen an die ukrainische Unionsrepublik übertragen. Dafür gab es ein offizielles Argument, das nur mit einigen Einschränkungen ernstzunehmen ist, und eine Reihe anderer, über die öffentlich nie geredet wurde.

Das offizielle Argument war ein Jubiläum. 1954 jährte sich zum 300. Mal der Vertrag von Perejaslaw aus dem Jahre 1654. Mit diesem Abkommen begab sich der halbsouveräne Kosakenstaat am unteren Dnipro unter russisches Protektorat. Für die sowjetische Geschichtspolitik war der Vertrag deshalb ein Symbol ukrainisch-russischer Völkerfreundschaft: Er habe »zusammenwachsen lassen, was zusammen gehörte«.

Und deshalb, zur Ehre dieser Freundschaft, einfach ein Gebiet von der Größe eines deutschen Bundeslandes herschenken? So naiv kann nicht einmal...

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