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22.11.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Absturz eines Raubvogels

Verhaftung und Nachfolgersuche: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn der schweren Steuerhinterziehung verdächtigt

Hansgeorg Hermann

Seine Spitznamen waren Legende: »Kostenkiller«, »Imperator«, »Retter«. Nun aber sitzt Carlos Ghosn, übermächtiger Verwaltungsratschef von Nissan und Vorstandsvorsitzender von Renault, seit drei Tagen in einem japanischen Gefängnis. Beamte der Finanzpolizei Tokio verhafteten ihn am Montag auf dem Flughafen Haneda beim Verlassen seines Privatjets (jW berichtete). Vorwurf der Justiz: Ghosn habe in den Jahren 2011 bis 2015 »konspiriert«, um vor den Steuerbehörden des Landes die Hälfte seiner enormen Bezüge zu verstecken. Genannt wurde am Dienstag eine Summe von mehr als 38 Millionen Euro. Der Konzernpatriarch galt bislang als höchst erfolgreich. Den Fahrzeughersteller Nissan, dem er als Vorstandschef 1999 (bis 2017) eine »Schocktherapie« verpasst hatte – bewahrte er vor dem Untergang. Er schloss drei Werke und setzte 21.000 Arbeiter auf die Straße.

Der Kapitalfunktionär, im Dezember 2016 Laureat des »Grand Prix de l’Économie« der französischen Wirtschaftsz...

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