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23.11.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

In Würde frieren

Die Ukraine fünf Jahre nach dem »Euromaidan«

Reinhard Lauterbach

Normalerweise beginnt in der Ukraine die Heizsaison Mitte Oktober. Inzwischen ist es mehr als einen Monat später. In Teilen des Landes sind die Zentralheizungen bis heute nicht angestellt worden. So in der Eisengrubenstadt Kriwij Rig (Kriwoj Rog) mit 300.000 Einwohnern oder in Smila im Gebiet Tscherkassi, wo 70.000 Bewohner bis heute frierend in ihren Wohnungen sitzen. Schulen und Kindergärten sind geschlossen, weil sie ohnehin nicht geheizt werden können.

Der Grund für die ausgebliebene Heizung: Der staatliche Gasmonopolist Naftogas hat die Belieferung der jeweiligen städtischen Heizwerke mit Gas eingestellt, weil die ihre Schulden nicht bezahlt haben. Selbst in der Hauptstadt Kiew wartet der Plattenbaubezirk Darnizja darauf, dass im Hafen von Odessa eine Schiffsladung südafrikanischer Kohle entladen und die 500 Kilometer nach Norden transportiert wird – ansonsten gehen die Feuer im Heizwerk aus.

Mit dem Zwangsfrieren statuiert die Regierung in Kiew auch...

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