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14.11.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Ohne SWIFT läuft wenig

USA wollen globale Finanzinfrastruktur als Waffe nutzen. Jetzt steht Russland vor Start eines eigenen Zahlungssystems

Reinhard Lauterbach

Stellen Sie sich vor, Sie haben Geld auf dem Konto, verreisen und wollen irgendwo eine Hotelrechnung mit Karte zahlen. Aber die Karte wird nicht akzeptiert. Bargeld abheben können Sie damit auch nicht. Der Grund: Ihre Bank ist unter US- oder EU-Sanktionen gefallen. Das war die Situation, die reisende Russen 2014 erlebten, als die US-Kreditkartenkonzerne Visa und Mastercard eine Reihe russischer Banken »abschalteten«. Die Sperre wurde nach einiger Zeit wieder aufgehoben. Sie war offenbar als Warnschuss gedacht gewesen.

Immer wieder ist seit 2014 auch die Drohung von US-Seite erhoben worden, Russland bzw. seine Banken von dem internationalen Zahlungssystem SWIFT abzuschneiden. Die »Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication« mit Sitz in Belgien ist formal eine Genossenschaft, an der über 10.000 Banken aus 210 Ländern beteiligt sind. Geschäftszweck ist die Ausführung von grenzüberschreitenden Geldüberweisungen. Auf Wikipedia ist zu lesen, di...

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