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10.11.2018 / Feuilleton / Seite 11

Macht, Krieg, Liebe

Zwei aktuelle Inszenierungen zeigen, warum uns antike Stoffe auch heute noch etwas zu sagen haben

Sabine Fuchs

Ulrich Rasche ist neben Milo Rau und Volker Lösch der profilierteste Vertreter eines Theaters der politischen Ernsthaftigkeit. Affirmative Ironie lehnt er ab, das Prekäre der menschlichen Existenz steht bei ihm im Mittelpunkt. Das zeigt auch seine aktuelle Inszenierung, Aischylos’ »Perser«, die im Sommer bei den Salzburger Festspielen Premiere hatte und nun am Schauspiel Frankfurt zu sehen ist.

»Die Perser« ist das älteste erhaltene Stück der Theatergeschichte. Vor 2.490 Jahren, nur acht Jahre nach der im Zentrum der Handlung stehenden Schlacht von Salamis uraufgeführt, schildert Aischylos nicht die Heldentaten der eigenen, siegreichen Seite, sondern Schrecken und Entsetzen der unterlegenen Perser und das Elend des Kriegs selbst. Allein darin liegt schon eine zeitlose Relevanz.

Rasches Inszenierung präzisiert das noch – durch Einsatz seiner bevorzugten theatralischen Mittel: eine gigantische Bühnenmaschine, die die Figuren erbarmungslos einspannt und die ...

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