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09.11.2018 / Feuilleton / Seite 11

Verweigerung dem Weltlauf

Mahlers »Lied von der Erde« in der Interpretation des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlins

Berthold Seliger

Als wir die Berliner Philharmonie verlassen, blicken wir uns unsicher an: Haben wir das gerade wirklich erlebt? Der Abend begann im nahen Tiergarten. Bei einer vogelkundlichen Exkursion des Naturschutzbunds NABU hörten wir die ihr Territorium lauthals verteidigenden Rotkehlchen, die monotonen Rufe der Drosseln und dank eines Detektors sogar die Jagdrufe der Zwergfledermäuse.

»Der Mensch und sein Lebensraum« ist das Saisonthema des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB), und Mahlers »Lied von der Erde« stand im Mittelpunkt des Eröffnungskonzerts am 14. Oktober. RSB-Chefdirigent Vladimir Jurowski wies im Vorfeld darauf hin, dass für Mahler die Schönheit der Natur noch ewig währte, heute sei das fraglicher denn je. Doch schon Adorno wies in seinem großen Mahler-Aufsatz in den frühen 60er Jahren darauf hin, dass die »Natur, Gegenbild menschlicher Gewaltherrschaft, selber deformiert ist, solange Mangel und Gewalt ihr angetan werden«. Was wollte man da heute ...

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