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09.11.2018 / Feminismus / Seite 15

Nichts an Aktualität eingebüßt

Gebündelte Essays: 1858 geborene Frauenrechtlerin Rosa Mayreder war ihrer Zeit weit voraus

Christiana Puschak

Lange vor Simone de Beauvoir formulierte die Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Malerin und Friedensaktivistin Rosa Mayreder Sätze wie: »Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen.« Mit Thesen, die heute noch Gültigkeit besitzen, war sie ihrer Zeit weit voraus.

Am 30. November 1858 in Wien als Rosa Obermayer, Tochter eines Gastwirts und einer gebildeten Mutter, geboren, wuchs sie mit zwölf Geschwistern auf. Ihre Auflehnung gegen die patriarchalen Verhältnisse entstand aus persönlicher Betroffenheit heraus. Als wissbegieriges Kind, das philosophische Zitate an die Zimmerwände klebte, spürte sie früh, wie ungerecht es war, dass ihr als Mädchen die Bildung vorenthalten wurde, die ihren Brüdern zukam. Und sie erkannte, dass es nur eine Möglichkeit gab, sich gegen die traditionelle Frauenrolle zu wehren: Sie musste Widerstand leisten und sich ihren Platz erkämpfen. »Meine geistige Entwicklung fäll...

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